#15 Der Ordner (Horrorgeschichte Creepypasta Hörbuch auf deutsch)
Shownotes
Als die Polizistin Jana Hoffmann die Ermittlungsakten zu einem brutalen Gewaltverbrechen übernimmt, wird ihr eine beschlagnahmte Festplatte übergeben. Darauf befindet sich ein Ordner voller Videos, die angeblich niemand ansehen darf. Der Grund klingt wie eine urbane Legende: Wer die Aufnahmen sieht, wird von etwas verfolgt – und verliert nach und nach den Verstand. Jana hält die Geschichte zunächst für Aberglauben. Doch nachdem sie eines der Videos öffnet, häufen sich seltsame Ereignisse. Schon bald erkennt sie, dass die Warnungen nicht nur Gerüchte waren…..
Willkommen bei Finsterreich! In diesem Podcast tauchst du ein in die unheimliche Seite unserer Realität. Hier erwarten dich packende Horrorgeschichten, gruselige Mythen oder urbane Legenden. Jede Geschichte und jedes Mythen-Video wird von starken Sprechern erzählt, damit du richtig in die Spannung, den Nervenkitzel und die Gänsehaut eintauchen kannst. Dieser Podcast wird von Torge Meyer betrieben, den manchen Zuhörer als den Autor von einigen Creepypastas bei Dr. Zargota bekannt sein müssten. Das Universum um seine Hauptstory "Brahmanos" enthält viele kreative und gruselige Nebengeschichten.
Ob Creepypasta, paranormale Berichte oder faszinierende Mythen – Finsterreich ist eine Plattform für all das.
Geschrieben und produziert von Torge Meyer Gesprochen von Nadine Seiffert
Transkript anzeigen
00:00:18: Mein Name ist Jana Hoffmann und ich arbeite inzwischen seit elf Jahren bei der Kriminalpolizei in Niedersachsen.
00:00:25: In meiner Laufbahn habe ich viele Dinge gesehen, die normale Menschen wahrscheinlich ihr gesamtes Leben verfolgen würden – Vermisstenfälle Gewaltverbrechen Ungeklärte Todesfälle Und völlig surreale Situationen Die sich jeder rationalen Erklärung nicht beugt.
00:00:45: Doch nichts davon Kommt auch nur ansatzweise an den Fall heran über den ich heute schreiben möchte.
00:00:54: Lange Zeit war ich mir unsicher, ob ich mit diesen Informationen an die Öffentlichkeit gehen sollte – nicht nur wegen der wahrscheinlichen Konsequenzen für mich selbst sondern auch weil ich bis heute nicht mit Sicherheit sagen kann was genau hinter den Ereignissen steckte.
00:01:12: Dennoch habe ich mich dazu entschieden alles auf diese Weise niederzuschreiben.
00:01:17: vielleicht gibt es da draußen Menschen die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
00:01:22: Vielleicht findet irgendwann jemand eine fändenftige Erklärung dafür.
00:01:29: Alles begann an einem Dienstagmorgen im Februar, zwutausendundzwanzig.
00:01:34: Ich erinnere mich noch genau an das Wetter zu diesem Zeitpunkt.
00:01:39: Es war kalt Ein leichter Nieselregen lag über der Stadt und vor unserem Polizeiebäude standen bereits die ersten Einsatzwagen.
00:01:48: Meine Schicht begann früh um sieben Uhr morgens.
00:01:52: An diesem Tag arbeitete ich in einer Ermittlungsgruppe, die sich hauptsächlich mit ungewöhnlichen Gewaltverbrechen beschäftigte.
00:01:59: Viele Fälle wirkten auf den ersten Blick wie gewöhnliche Straftaten, entwickelten sich aber oftmals in eine vollkommen ungeahnte Richtung.
00:02:08: An besagtem Dienstag war die Stimmung im Gebäude bemerklich angespannt.
00:02:13: Mehrere Kollegen standen im Flur zusammen und unterhielten sich leise – schon flüstern't!
00:02:19: Als ich an ihnen vorbei ging, verstummten einige plötzlich.
00:02:24: Erst dachte ich, dass es vermutlich um irgendeinen laufenden Fall ging über den wir noch nicht offen sprechen durften.
00:02:31: Kurz nachdem ich mein Büro betreten hatte, klopfte mein Kollege Dennis an der Tür – er wirkte blass und erschöpft als hätte er die ganze Nacht nicht geschlafen.
00:02:42: In seiner rechten Hand hielt er eine kleine schwarze Festplatte.
00:02:46: Die wurde heute Nacht abgegeben, sagte er mit ernster Stimme.
00:02:51: Ich fragte ihn was darauf gespeichert sei doch er antwortete mir nicht direkt.
00:02:57: Stattdessen legte er die Festplatte behutsam auf meinen Schreibtisch, als hätte er Angst sie zu beschädigen.
00:03:04: Ein Ordner mit Videos!
00:03:06: Ergänzte er schließlich.
00:03:07: Angeblich sollen die Leute danach durchdrehen?
00:03:10: Zuerst hielt ich das für einen schlechten Witz.
00:03:12: Im Internet kursierten schließlich schon seit Jahren irgendwelche Geschichten über verfluchten Dateien oder angeblich hypnotische Videos.
00:03:20: Es gibt zahlreiche creepypastas darüber.
00:03:23: Normalerweise ignorieren wir solche Meldungen, da sie sich oft als unseriös herausstellten.
00:03:29: Mein Kollege setzte sich langsam auf den Stuhl gegenüber meines Schreibtisches und sah mich einige Sekunden schweigend an.
00:03:36: Dann sagte er einen Satz der aus einem Horrorfilm stammen könnte.
00:03:42: Die Festplatte wurde von einem Mann abgegeben Der heute Nacht versucht hat seine eigene Familie anzuzünden.
00:03:50: Zunächst ging ich davon aus, dass der besagte Mann unter Drogen gestanden haben musste oder möglicherweise unter einer schweren psychischen Erkrankung lid.
00:03:58: Solche Fälle kamen leider häufiger vor als viele Außenstehende denken.
00:04:02: Trotzdem ließ mich die Art und Weise wie Dennis darüber sprach nicht los.
00:04:21: stets sachlich und machte sich normalerweise über natürliche Behauptungen lustig.
00:04:27: Ich fragte ihn, ob der Mann irgendetwas zu den Inhalten der Videos gesagt hatte.
00:04:32: Dennis nickte daraufhin langsam.
00:04:35: Er meinte, dass er sie sich nicht vollständig angesehen hätte, sagte er leise – und das wir den Ordner auf keinen Fall öffnen dürfen.
00:04:48: Danach entstand für einige Sekunden Stille im Raum.
00:04:53: Draußen hörte man das leise Telefon eines anderen Büros klingeln.
00:04:57: Irgendwo lief ein Drucker, diese normalen Alltagsgeräusche wirkten in diesem Moment seltsam – auch wenn sie eigentlich normal sind!
00:05:09: Ich schubb die Festplatte zunächst beiseite und begann damit die Aussagen des Täters zu lesen.
00:05:15: Er war zweiundvierzig Jahre alt, verheiratet und arbeitete laut der Akte als Elektriker.
00:05:21: Bis zu jener Nacht war er polizeilich nie auffällig geworden.
00:05:25: Keine Vorstrafen?
00:05:27: und auch keine bekannten psychischen Probleme.
00:05:30: Laut Aussage seiner Frau hatte er sich allerdings wenige Tage zuvor zunehmend merkwürdig verhalten, er habe kaum geschlafen war häufig nervös und habe mehrfach erwähnt dass er Dinge in den Videos gesehen hätte.
00:05:47: Besonders einen Satz aus der Aussage blieb mir bis heute im Gedächtnis Man darf sie nicht schauen.
00:05:54: Zuerst hielt ich das alles noch für bloße Einbildung oder eine seltene Form von Massenhysterie.
00:06:01: Doch je tiefer ich in die bizarren Ermittlungen einstieg, desto merkwürdiger wurde der gesamte Fall.
00:06:08: Am selben Nachmittag begann nicht damit ältere Akten nach ähnlichen Vorfällen zu durchsuchen.
00:06:14: Anfangs fand ich nichts Auffälliges.
00:06:17: Doch nach mehreren Stunden stieß ich schließlich auf einen Fall aus dem Jahr two-tausendneun.
00:06:23: Ein Mann aus Nordrhein-Westfalien hatte damals plötzlich seine Arbeitskollegen mit einem kleinen Hammer angegriffen.
00:06:30: Laut Zeugen-Aussagen soll er wenige Stunden zuvor mehrfach ein altes Video auf seinem Computer angesehen haben.
00:06:37: Das Opfer überlebte den Vorfall zwar, doch befand sich der Mann danach dauerhaft im psychiatrischer Behandlung.
00:06:45: In seinen Vernehmungen sprach er immer wieder von Visionen in seinem Kopf – Bildern die sich bewegen obwohl sie stillstehen.
00:06:53: Damals wurde der Fall relativ schnell abgeschlossen.
00:06:56: Die Ermittler gingen von einer akuten schweren Psychose aus Doch damit hörte es nicht auf.
00:07:04: In den folgenden Tagen fand ich insgesamt sieben weitere Fälle mit erschreckenden Gemeinsamkeiten, immer wieder tauchten Berichte über seltsame Videoaufnahmen auf.
00:07:13: Teilweise handelte es sich um Dateien auf Computern – in anderen Fällen waren es alte Videokassetten oder CDs ohne Beschriftung.
00:07:22: Fast alle Personen die diese Aufnahme gesehen hatten entwickelten kurze Zeit später schwere psychische Auffälligkeiten.
00:07:30: Einige begingen Gewalttaten und manche nahmen sich das Leben.
00:07:36: Was mich aber tatsächlich am meisten beunruhigte, war ein interner Bericht aus dem Jahr twenty-fourzehn.
00:07:45: Die Akte war ungewöhnlich kurz gehalten.
00:07:48: Mehrere Seiten fehlten sogar.
00:07:51: Dennoch konnte ich genug lesen um zu verstehen dass damals etwas Schreckliches passiert sein musste.
00:07:57: Der Vorfall ereignete sich in einer kleinen Polizeistation nahe Bremen.
00:08:01: Laut Bericht wurde dort eine Videokassette untersucht, die im Zusammenhang mit einem mysteriösen Fall stand.
00:08:08: Vier Beamte sichteten das Material gemeinsam in einem Auswertungsraum.
00:08:13: Nur zwei Stunden später eskalierte diese Situation vollständig.
00:08:17: Ein Beamter schlug einem Kollegen plötzlich mit einem Feuerlöscher den Schädel ein.
00:08:22: Ein anderer zog seine Dienstwaffe und eröffnete innerhalb der Station das Feuer gegen etwas Unsichtbares.
00:08:29: Insgesamt wurden drei Beamte schwer verletzt.
00:08:33: Die verwundeten Polizisten behaupteten später übereinstimmend, dass ich etwas auf der Kassette befunden habe das nicht für menschliche Augen geeignet sei.
00:08:44: Zu sehen war auf dem Band eine ältere Dame in ein schwarzes Tuch gehüllt.
00:08:49: Ob sie tot war konnte man nicht klar erkennen.
00:08:52: Sie lag in einem offenen Sarg mit geschlossenen Augen Ihr Mund war leicht geöffnet und ihre zusammen gefalteten Hände blass und faltig.
00:09:02: Um sie herum waren Blumen angebracht.
00:09:05: Vermutlich entstand das Video bei einer Beerdigung oder einer Totenwache.
00:09:09: Kurz vor dem Ende des Videos sollen sich die Finger der Dame bewegt haben, aber dies wurde von den Augenzeugen als undeutlich beschrieben.
00:09:18: Laut den Aussagen der Beamten wirkte die kurze Szene sehr unheimlich und sie fühlten sich danach von dieser Dame verfolgt.
00:09:26: Sie sahen plötzlich das Gesicht der Lady in ihren Kollegen wodurch auch die Aggressionen untereinander zustande kamen.
00:09:33: Der gesamte Vorfall wurde offiziell als psychische Ausnahmesituation eingestuft und eine Zeit lang intern unter Verschluss gehalten.
00:09:41: Doch je länger ich die Akten betrachtete, desto stärker bekam ich das Gefühl dass alle diese Fälle miteinander verbunden waren.
00:09:50: Am Abend des selben Tages entschied mich schließlich dazu den Inhalt der Festplatte auszuwerten.
00:09:57: Eigentlich hätte ich damit warten müssen bis die IT-Abteilung die Dateien überprüft hatte Doch meine Neugier war mittlerweile größer als eine gesunde Vorsicht.
00:10:07: Außerdem wollte ich endlich verstehen, weshalb sämtliche Beteiligten so verstört auf diese Videos reagierten.
00:10:14: Es war bereits nach zwanzig Uhr und große Teile des Gebäudes wurden zunehmend Lehre – nur selten und vereinzelt hörte man noch Schritte auf den Fluren.
00:10:24: Der Regen prasselte gegen die Fenster und sorgte zusammen mit dem schwachen Neonlicht für einer unbequeme Atmosphäre.
00:10:32: Ich schloss die Tür meines Büros und Verband anschließen, die Festplatte mit meinem Dienstcomputer.
00:10:37: Darauf befand sich tatsächlich nur ein einziger Ordner.
00:10:42: Der Name bestand lediglich aus einer einzigen Zahl – acht!
00:10:47: Im Ordner selbst lagen insgesamt dreizehn Videodateien.
00:10:52: Ich erinnere mich noch daran, dass ich innerlich fast schon lachen musste.
00:10:57: Nach all den Geschichten hatte ich mit irgendwas Verstörendem gerechnet… Vielleicht mit perversen Gewaltaufnahmen oder irgendwelchen ekelhaften Sachen.
00:11:07: Doch stattdessen wirkten die Dateien vollkommen harmlos, ich öffnete das erste Video.
00:11:14: Die Aufnahme dauerte ungefähr zwei Minuten.
00:11:18: Zu sehen war lediglich ein grüner Raum mit leeren Wänden – die Kamera bewegte sich kaum.
00:11:24: Es gab keine Menschen und nur wenige Geräusche.
00:11:28: Nach ungefähr einer Minute fiel plötzlich einen Holzstuhl um Einfach so Wie von Geisterhand.
00:11:35: Danach endete das Video schon, mehr passierte tatsächlich nicht.
00:11:40: Ich öffnete daraufhin das nächste.
00:11:43: Darin sammern die Außenaufnahme eines alten Herrenhauses bei Nacht.
00:11:48: Die Kamera stand vermutlich auf einem Feldweg an einem Stativ geklemmt.
00:11:53: Im Hintergrund bewegten sich einige Bäume im Windhauch.
00:11:56: Das Video war merklich von schlechter Qualität und wirkte sehr alt.
00:12:02: Nach etwa drei Minuten brach die Aufnahme ab.
00:12:06: Das dritte Video zeigt einen langen Flur, das vierte lediglich einen Fernseher mit grauem Rauschen.
00:12:13: Ein anderes bestand nur aus einer Nahaufnahme einer weißen Tür.
00:12:18: Je mehr Videos ich betrachtete, desto verwirrter wurde ich.
00:12:23: Nichts daran wirkte gruselig oder gefährlich.
00:12:26: Es gab keine versteckten Bilder, keine lauten Geräusche und keine üblen Szenen.
00:12:31: Vieles erinnerte eher an alte Probeaufnahmen oder bloße Amateur-Videos.
00:12:38: Trotzdem fiel mir nach einiger Zeit etwas Merkwürdiges auf.
00:12:43: Alle Videos fühlten sich seltsam leer an, ich weiß bis heute nicht wie ich das besser beschreiben soll.
00:12:50: Es war nicht das was man sah sondern eher das Gefühl dabei.
00:12:57: Die Aufnahmen wirkten irgendwie belanglos doch mich überkam das Gefühl einer Übertragung einer spirituellen Verbindung Als würde etwas in mich eindringen.
00:13:13: Während ich das inzwischen zwölfte Video ansah, bemerkte ich plötzlich dass es im Gebäude still geworden war.
00:13:21: Selbst die wenigen Geräusche vom Flur waren verschwunden.
00:13:26: Ich sah kurz von meinem Bildschirm auf.
00:13:29: Die Neonlampe über mir flackerte für einen kurzen Moment.
00:13:33: Dann war wieder alles normal.
00:13:36: Ich redete mir ein Dass meine Gedanken mittlerweile einfach von den ganzen Akten beeinflusst sein mussten.
00:13:42: Immerhin hatte ich mich den gesamten Tag mit Gewalt und verstörenden Aussagen beschäftigt.
00:13:48: Also machte ich weiter!
00:13:50: Das letzte Video zeigte lediglich eine leere Küche, die Kamera stand wohl auf einem Tisch?
00:13:56: Für fast die gesamte Laufzeit passierte absolut nichts.
00:14:00: Erst kurz bevor das Video endete bemerkte ich etwas im Hintergrund hinter einer halb geöffneten Tür Stand für wenige Sekunden eine Person Eine dunkle Gestalt.
00:14:13: Dann brach die Aufnahme ab.
00:14:15: Ich weiß noch, dass ich für einen Moment einfach nur auf den dunklen Bildschirm starte, nachdem das letzte Video abrupt abgebrochen war.
00:14:24: Dieser kurze Szene mit der Tür hatte sich doch irgendwie in mein Gedächtnis eingebrannt – ich schloss schließlich alle Programme und trennte die Festplatte wieder vom Rechner!
00:14:34: Der Ordner war in meinem Kopf deutlich harmloser geblieben als alles was die Akten zuvor angedeutet hatten….
00:14:42: Und genau das irritierte mich im Nachhinein doch ziemlich.
00:14:48: Auf dem Heimweg regnete es noch stärker als am Morgen, die Straßen waren fast leer und das Licht der Laternen spiegelte sich in den nassen Asphaltflächen.
00:14:59: Ich erinnere mich daran dass ich mehrfach an den Rückspiegel gesehen habe ohne wirklich zu wissen warum.
00:15:06: Es war kein konkretes Gefühl von Gefahr eher eine undefinierbare Unruhe die sich langsam in mir ausbreitete.
00:15:15: Ich wohnte allein in einer kleinen Wohnung am Stadtrand.
00:15:19: Normalerweise war es bei mir ruhig, angenehm still.
00:15:24: Genau diese Stille hatte ich sonst immer geschätzt.
00:15:28: Ich schloss die Tür hinter mir, legte meine Jacke ab und ließ die Wohnung für einen Moment auf mich wirken.
00:15:35: Alles war so wie ich es verlassen hatte – meine Schuhe im Flur, ein Stapelpost auf der Kommode und das leise Ticken der Uhr im Wohnzimmer….
00:15:46: Ich versuchte den Tag einfach abzuhaken.
00:15:50: Zuerst war es nur eine Kleinigkeit, das Licht im Flur flackerte einmal obwohl die Glühbirne noch so neu war.
00:15:58: ich dachte mir nichts dabei und lief weiter in die Küche.
00:16:02: dort blieb ich kurz stehen der Wasserhahn tropfte ein wenig.
00:16:06: Das tat er normalerweise nie!
00:16:10: Ich drehte ihn vollständig zu doch in dem Moment hörte ich das Tropfen erneut gleichmäßig und langsam Als hätte sich nichts verändert.
00:16:20: Ich versuchte mich zu beruhigen und redete mir ein, dass ich einfach übermüdet war.
00:16:25: Doch dann hörte ich es... Ein leises Geräusch aus dem Wohnzimmer!
00:16:30: Nicht laut genug um eindeutig zu sein aber auch nicht so leise das man es ignorieren konnte.
00:16:37: Es klang wie ein leises Verschieben von Holz auf den Boden als würde sich etwas langsam bewegen.
00:16:45: Ich blieb stehen.
00:16:47: Für einige Sekunden passierte nichts.
00:16:50: Dann wieder dieses Geräusch, dieses Mal deutlicher in meinen Ohren!
00:16:55: Ich ging langsam in Richtung des Wohnzimmers ohne wirklich darüber nachzudenken was ich dort erwartete.
00:17:01: Mein Blick führte sofort auf den Fernseher – er war eingeschaltet... ...ich bin mir absolut sicher das ich ihn vorher ausgeschaltet hatte….
00:17:11: Der Bildschirm
00:17:11: zeigte nur graues Rauschen.
00:17:14: Dieses typische flimmernde Bild ohne Signal.
00:17:18: Ich trat nun einen Schritt näher.
00:17:20: Dann, für den Bruchteil einer Sekunde änderte sich das Bild und in diesem Fehler sah ich etwas, dass mich sofort erschauern ließ – einen Raum mit grünen Wänden ganz ähnlich wie in dem ersten Video aus dem Ordner.
00:17:35: Ich wich sofort refleksartig zurück!
00:17:38: Der Bildschirm war im nächsten Moment wieder nur rauschen.
00:17:43: Ohne genau zu wissen, was ich gerade erblickt habe oder ob ich es überhaupt wirklich gesehen habe.
00:17:50: Doch dann bemerkte ich etwas anderes Das leise Geräusch aus dem Flur war wieder da.
00:17:56: Nur diesmal schien es näher als zuvor.
00:17:59: Ich ging in den Flur und hatte ein ungewohntes Gefühl... ...Ich spürte eine Präsenz Aber ich konnte nichts sehen.
00:18:11: Trotzdem war da dieser komische Verdacht.
00:18:15: Eine Gänsehaut überkam mich.
00:18:18: Es schauerte mich und auch mein Nervensystem machte sich bemerkbar.
00:18:25: War ich wirklich allein in diesem Flur?
00:18:29: Ich fühlte mich, als würde mir jemand direkt ins Gesicht sehen oder vor meinem Gesicht stehen... ...in den darauf folgenden Tagen nahm diese Unruhe nicht ab.
00:18:44: Im Gegenteil sie wurde stärker mit jeder Nacht ein Stück mehr als würde sich etwas an meiner Wohnung langsam einleben ohne dass ich es verhindern könnte.
00:18:57: Am Anfang waren es wie zuvor nur Kleinigkeiten, Türen die minimal versetzt standen obwohl ich sie zuvor geschlossen hatte und erneut dieses Gefühl beim Betreten des Flores für einen kurzen Moment beobachtet zu werden bevor wieder alles normal schien.
00:19:15: Ich versuchte mir alles logisch zu erklären.
00:19:18: das gelangt mir aber nicht Stress oder Schlafmangel Die vielen Stunden vor dem Bildschirm, vielleicht sogar die Wirkung dieser Akten, die ich intensiv gelesen hatte.
00:19:32: Ich habe mir wirklich Mühe gegeben das ganze als reine Überlastung meines Kopfes abzutun Doch irgendwann funktionierte keine Erklärung mehr.
00:19:43: Es war mitten in der Nacht Vermutlich gegen drei Uhr morgens.
00:19:48: Ich lag im Bett und war eigentlich nur kurz aus einem unruhigen Schlaf aufgewacht... ...die Wohnung war still So still, dass ich mein eigenes Atmen deutlich hören konnte.
00:20:02: Und dann hörte ich noch ein zweites Atmen.
00:20:07: Zuerst hatte ich die Vermutung es muss ein Missverständnis sein – vielleicht der Wind im Heizkörper?
00:20:15: Vielleicht ein Geräusch aus der Nachbarwohnung?
00:20:20: Doch dieses Atmen war anders als meins!
00:20:24: Es war leise aber
00:20:26: rhythmisch.".
00:20:29: Es kam direkt aus meinem Schlafzimmer.
00:20:34: Ich lag vollkommen still und wachsam da, für einen Moment war ich nicht einmal sicher ob ich mich noch bewegen sollte – das Geräusch wurde nicht lauter aber auch nicht leiser.
00:20:50: es blieb konstant als würde etwas direkt im Raum mit mir liegen und darauf warten dass ich etwas tue.
00:21:01: so war ich wie eingefroren.
00:21:05: Ich zwang mich schließlich dazu, mich langsam umzudrehen.
00:21:12: Der Raum war dunkel.
00:21:16: Nur die schwache Straßenbeleuchtung fiel durch die Schalusin und zog schmale Lichtstreifen über den Boden.
00:21:25: Zuerst sah ich nichts – dann bemerkte ich, dass mein Bettbezug an einer Stelle leicht eingedrückt war.
00:21:38: Meine Herz begann sofort schneller zu schlagen!
00:21:45: ohne den
00:21:46: Blick von dieser Stelle zu nehmen.
00:21:48: In meinem Kopf versuchte ich mir einzureden,
00:21:51: dass es nur die Matratze
00:21:53: war, die
00:21:53: sich verformt hatte.
00:21:56: Das ist eine optische Täuschung wahr?
00:21:59: Doch
00:22:00: das Atmen blieb!
00:22:04: Ich weiß nicht
00:22:05: wie lange ich
00:22:05: einfach nur da saß und in die Dunkelheit
00:22:08: starte...
00:22:10: wahrscheinlich Minuten.
00:22:13: Irgendwann
00:22:14: griff ich nach meinem Handy, ohne den Blick abzuwenden und schaltete das Licht ein.
00:22:22: auf ihn bewegte sich der Bezug minimal.
00:22:25: Dann,
00:22:26: ich erkannte schwach die Umrisse einer Hand aber nebelhaft.
00:22:33: ich
00:22:33: konnte in diesem Moment kaum verstehen was dort zu sehen war.
00:22:38: Die Hand wirkte knochig auf mich irgendwie befremdlich.
00:22:45: die Finger sahen nicht gesund aus eher verkümmert und abgemagert.
00:22:51: Ich
00:22:51: sprang sofort auf und trat schnellstmöglich zurück.
00:22:56: Was
00:22:56: sage ich da?
00:22:59: Der Arm zu der Hand kam unter meinem Bett hervor.
00:23:02: Liegt da wirklich jemand unter einem Bett?
00:23:06: Ist das überhaupt ein
00:23:08: Mensch?!
00:23:10: Diese Fragen stellte ich mir sofort, der Arm war blass und ungewöhnlich dünn... Ich stieß ein schwaches Hallo
00:23:18: aus.
00:23:20: Wer sind sie?
00:23:22: fragte ich auf meiner Verzweiflung
00:23:25: Aber es
00:23:26: kam keine
00:23:26: Antwort.
00:23:28: Es reagierte erst nicht.
00:23:30: Dann aber bewegte es sich der Arm.
00:23:35: Er verschwand langsam unter dem Bett und nun war ich alleine, mit dem Wissen das etwas darunter lag.
00:23:44: Ich nahm meinen Mut zusammen und schaltete das Licht ein.
00:23:49: Ich werde die Polizei rufen.
00:23:50: verlassen sie sofort meine Wohnung!
00:23:53: sagte ich in ernster Tonlage
00:23:56: Aber wieder keine Antwort.
00:23:59: Ich traute mich
00:24:00: nicht unter mein Bett zu gucken.
00:24:03: Ich war wie ein kleines Mädchen dass Angst vor dem Monster unter den Bett hatte.
00:24:07: Immer wenn ich mich konzentrierte, hörte ich immer noch dieses rhythmische Atmen.
00:24:12: Mein ganzer Körper zitterte und ich lief in langsamen Schritten aus meinem Schlafzimmer.
00:24:19: Ich polterte anschließend an die Tür meines Nachbarn der die Polizei rufen sollte!
00:24:25: Er bemerkte schnell die Angst in meinen Augen und verstand sofort, dass die Lage ernst war.
00:24:30: Ich wartete bei ihm im Wohnzimmer bis meine Kollegen ankamen.
00:24:34: Währenddessen konnte ich kaum still sitzen.
00:24:38: Ich
00:24:38: hörte dieses Atmen immer noch in meinem Kopf.
00:24:42: Meine Kollegen, du suchten später die komplette Wohnung jeden Raum und auch jeden Schrank.
00:24:49: Natürlich sahen sie unter mein Bett.
00:24:52: Sie untersuchten meine gesamte Wohnung,
00:24:55: fanden aber nichts.
00:24:57: Mir war die ganze Situation unangenehm und sogar etwas peinlich.
00:25:02: Du könntest vielleicht schlecht geträumt haben, sagte einer der Kollegen zu mir.
00:25:07: ich glaubte an seiner Theorie.
00:25:09: Das musste ich Aber seit wann träumte ich so heftig?
00:25:15: Meine Vorgesetzten schlugen am nächsten Morgen vor, dass ich Urlaub machen sollte.
00:25:20: Doch für eine solange Zeit allein an meiner Wohnung zu sein war eine Vorstellung die mir gar nicht gefiel.
00:25:26: In den nächsten Tagen begann ich immer weniger zu schlafen.
00:25:30: Ich versuchte irgendjemanden zu erreichen – einen Kollegen oder meine Familie … sogar einen alten Freund!
00:25:37: Doch jedes Mal wenn ich andrei fand ich doch keine richtigen Worte….
00:25:42: Ich konnte nicht erklären, was genau passierte ohne dass es sofort bescheuert klang.
00:25:47: Und genau das machte es schlimmer.
00:25:49: Denn je mehr ich versuchte darüber zu sprechen des Doklarer wurde mir selbst wie verrückt, dass alles eigentlich war.
00:25:56: Trotzdem begann ich langsam die alten Fälle anders zu sehen – die Berichte über diese Videokassetten, die Polizisten aus den alten Akten, die sich gegenseitig angegriffen hatten, die Menschen, die nach dem Anschauen der Aufnahmen plötzlich völlig verändert waren….
00:26:13: Ich hatte das alles bisher für Zufall, Psychosen oder Fehlinterpretationen gehalten.
00:26:19: Aber jetzt in meiner eigenen Wohnung die sich langsam gegen mich zu wenden schien fühlte sich diese Erklärung nicht mehr sicher an und zum ersten Mal dachte ich ernsthaft den Satz, den ich vorher nur in Akten gelesen hatte.
00:26:34: vielleicht darf man diese Videos wirklich nichts sehen.
00:26:38: anscheinend aber haben die jeweiligen Aufnahmen unterschiedliche Wirkungen.
00:26:43: Ich erwischte wohl noch die harmlosen.
00:26:46: Ich weiß nicht mehr genau, wie ich die nächsten Tage überstanden habe – rückblickend verschwimmen viele Dinge miteinander.
00:26:54: Schlaflose Nächte, in denen ich jedes kleinste Geräusche meiner Wohnung wahrgenommen habe, Momente, in den ich glaubte etwas im Augenwinkel zu sehen nur um mich im nächsten Augenblick selbst dafür zu verurteilen und diese ständige wachsende Unsicherheit ob das alles noch real war oder ob ich bereits begonnen hatte mir Dinge einzubilden.
00:27:16: Ich ging weiterhin zur Arbeit, auch wenn ich dort kaum noch etwas richtig wahrnahm.
00:27:22: Meine Kollegen bemerkten mein Verhalten schnell aber ich konnte oder wollte keine Erklärungen liefern.
00:27:29: Jede Frage hätte bedeutet das alles laut auszusprechen und ich war mehr nicht sicher ob ich das überhaupt noch konnte.
00:27:37: Was war mit den Kollegen aus der IT?
00:27:40: Sie mussten auch die Aufnahmen gesehen haben Doch ich vermutete, dass sie sich nichts anmerken ließen.
00:27:48: Einer der prägendsten Momente ereignete sich an einem Freitagabend.
00:27:54: Ich lief den langen Flur zu unseren Büros entlang... als mir am anderen Ende plötzlich eine Gestalt auffiel.
00:28:02: Sie stand reglos im Halbdunkel.
00:28:05: Wegen der Entfernung konnte ich nicht erkennen wer es war!
00:28:08: Doch die Gestalt winkte mir zu.
00:28:12: Langsam immer wieder….
00:28:15: Das Gebäude war zu dieser Uhrzeit fast leer.
00:28:18: Ich konnte niemanden aus meinem Team sehen oder rufen, trotzdem winkte die Gestalt weiter als würde sie mich zu sich locken.
00:28:26: Hallo?
00:28:29: Wer sind Sie?
00:28:30: rief ich den Flur hinunter.
00:28:32: In genau dem Moment hörte das Winken auf.
00:28:36: ein kalter Schauer lief mir den Rücken hinunter.
00:28:38: Verwirrung und Angst vermischten sich augenblicklich miteinander.
00:28:44: Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass mich dieser Spuk nicht nur zu Hause verfolgte sondern mich nun auch auf meiner Arbeit erreichtete.
00:28:53: Dann
00:28:54: sah ich etwas Grauenvolles wie Gestalt begann sich plötzlich zu verformen.
00:29:00: erst glaubte ich mich zu täuschen
00:29:02: doch aus ihrem Körper wuchsen lange dünne Gliedmaßen hervor.
00:29:09: Beine!
00:29:10: Nicht wie die eines Menschen Sondern wie die einer Spinne.
00:29:16: Immer mehr Beine brachen aus der dunklen Masse hervor, begleitet von widerlichen Geräuschen.
00:29:23: Als würden Klauchen splittern und brechen.
00:29:27: vor meinen
00:29:28: Augen entstand etwas Unmenschliches.
00:29:32: Ich frieh auch.
00:29:33: die Kreatur antwortete mit einem schrillen kreischenden Laut Der wie das Zwischen eines gigantischen Insektes klang.
00:29:44: langsam setzten sich ihre Spindel durch die Beine gegen die Wand neben mich und begann auf allen Seiten gleichzeitig in meine Richtung zu krabbeln.
00:29:55: Ich konnte nicht bewegen, da kroch eine übergroße menschliche Spinne die Wand entlang direkt auf mich zu.
00:30:03: Jetzt zwischen wurde lauter
00:30:06: aggressiver
00:30:08: jeder einzelne Schritt haltend durch den Flur.
00:30:12: ich wollte wegrennen aber mein Körper gehorchte mir nicht mehr.
00:30:16: Die Angst lebte mich vollständig.
00:30:19: Panisch
00:30:20: sagte ich in die Hocke
00:30:21: und verkrampft am
00:30:22: ganzen Körper, Ich wusste nur noch dass dieses Ding nicht gleich erreichen würde... ...ich hörte ihr Krabbeln immer näher kommen!
00:30:31: Dann spürte ich plötzlich eine Hand auf meiner Schulter.
00:30:35: Ich schrie auf und sprang hoch.
00:30:37: Vor mir stand Dennis!
00:30:40: Jana was ist los mit dir?
00:30:42: fragte er.
00:30:43: erschrocken.
00:30:47: Einfach weg?
00:30:49: Ich rang nach Luft
00:30:50: und konnte
00:30:51: kaum noch klar
00:30:51: denken.
00:30:53: Mein Gesicht war voller Tränen, denn es sah mich besorgt an doch ich brachte kein Wort heraus!
00:31:01: Es ist nichts.
00:31:02: Log ich schließlich aber er glaubte mir nicht.
00:31:07: Er wollte mir Wasser holen doch ich lehnte sofort ab und verließ so schnell wie möglich den Flur.
00:31:12: Noch nie in meinem Leben hatte ich solche Angst gespürt.
00:31:16: Mein Herz raste so heftig, dass ich dachte, ich würde jeden Moment zusammenbrechen.
00:31:21: Ab diesem Abend begann ich meiner Dienstwaffe ständig bei
00:31:23: mir zu tragen.
00:31:25: Doch dann kam der entscheidende Wendepunkt.
00:31:28: An einem Dienstagmorgen kam ich wie gewohnt ins Büro.
00:31:32: Ich setzte mich an meinen Schreibtisch und versuchte, mich durch den Stablern Akten zu arbeiten, der sich inzwischen angesammelt hatte.
00:31:39: Es war ein ganz normaler Morgen – aber nur bis ich den Zettel fand!
00:31:44: Er lag direkt auf meiner Tastatur, kein Umschlag und auch kein offizielles Dokument.
00:31:50: Einfach nur ein gefaltetes Stück Papier als hätte ihn bewusst jemand dorthin gelegt während niemand gerade hin sah.
00:31:57: Meine Hände zögerten kurz bevor ich ihn öffnete.
00:32:01: Darauf standen nur drei Worte Zerstöre die Festplatte ohne Unterschrift.
00:32:09: Nur diese eine klare Aufforderung.
00:32:12: Ich lass den Satz trotzdem mehrmals.
00:32:15: Zuerst dachte ich an einen dummen Scherz.
00:32:18: Vielleicht einer von den Kollegen, der von den Ermittlungen wusste und sich einen Spaß erlaubte – doch je länger ich darauf startete, desto weniger fühlte es sich wie ein Scherzt an!
00:32:29: Es war keine Drohung.
00:32:31: Es war eine ernstzunehmende Anweisung.
00:32:34: Ich ging mit dem Zettel zu Dennis, doch er schüttelte sofort den Kopf als ich ihn ihm zeigte.
00:32:39: «Ich habe den nicht hingelegt», sagte er sofort, »und ich würde dir auch raten genau das zu tun.».
00:32:46: Zum ersten Mal klang er nicht nur ernst, sondern wirklich angespannt.
00:32:50: Als wüsste er es.
00:32:52: Ich weiß nicht warum ich an diesem Punkt nicht einfach die IT-Abteilung informiert oder alles offiziell übergeben habe – denn ich wollte es einfach nur beenden!
00:33:03: Am selben Abend ging ich in das IT Büro lange nachdem alle anderen gegangen waren.
00:33:08: Die Festplatte lag dort in einer Schublade.
00:33:12: Ich nahm sie heraus und betrachtete sie.
00:33:15: Ich ging in den kleinen Pausenraum, holte einen Hammer aus dem Werkzeugschrank und legte die Festplatte auf den Tisch.
00:33:22: Der erste Schlag war unerwartet leise – der zweite stärker und lauter!
00:33:29: Beim dritten brach das Gehäuse endgültig auf.
00:33:32: Ich hörte erst auf als nur nach zerbrochene Teile übrig waren, die kaum noch etwas Erkennbares zu identifizieren waren.
00:33:41: Danach blieb ich einfach vor diesem Schaden stehen ohne zu wissen ob ich was verändert hatte.
00:33:48: Nach dem Vorfall im Büro veränderte sich schlagartig etwas.
00:33:53: Die Stille kehrte zurück, also dieselbe Stille wie früher.
00:33:59: Ich wartete in den ersten Nächten darauf das Etwas passiert – ich schlief kaum, saß oft einfach nur wach in meiner Wohnung und versuchte irgendeinen Hinweis zu finden dass alles noch nicht vorbei war… aber nichts geschah!
00:34:14: Mit jedem Tag wurde es schwieriger überhaupt noch über das zu sprechen was passiert Nicht weil ich es nicht wollte, sondern weil ich bemerkte dass mir die Worte fehlten.
00:34:25: Immer wenn jemand im Dienst mich darauf ansprach wie ich aus.
00:34:29: Ich beantwortete Fragen nur noch knapp.
00:34:32: Irgendwann hörte ich komplett auf das Thema selbst anzusprechen.
00:34:36: Ich wollte damit abschließen.
00:34:39: auch in den Akten wurde der Fall nie offiziell weitergeführt.
00:34:43: Die Festplatte wurde als irreparabel beschädigt dokumentiert und in ein geschlossenes Archiv überführt.
00:34:49: weitere Untersuchungen wurden eingestellt.
00:34:52: Es gab keine Fragen.
00:34:55: Ich lebte weiter, ging zur Arbeit, erledigte meine üblichen Aufgaben – aber ich sprach nicht mehr über den Ordner, nicht über die Videos oder über die Nächte und wenn ich ehrlich bin vermiede sogar jeden Gedanken daran so gut ich konnte.
00:35:14: Bis zu diesem einen Telefonanruf!
00:35:17: Es war ein gewöhnlicher Vormittag im Büro.
00:35:20: Ich saß an meinem Schreibtisch als das Diensttelefon klingelte.
00:35:24: Die Nummer war unterdrückt.
00:35:26: Ich nahm ab, ohne viel darüber nachzudenken.
00:35:29: Kriminalpolizei Hoffmann sagte ich.
00:35:31: Am anderen Ende herrschte kurz stille.
00:35:34: Dann meldete sich eine weibliche Stimme.
00:35:37: Sie haben mit den Aufnahmen gearbeitet?
00:35:39: Fragte sie ruhig.
00:35:41: Ich erstarrte sofort!
00:35:44: Ich fragte wer sie sei und was sie wolle.
00:35:47: Mein Name ist Tracy Timmerman sagte sie schließlich Und ich weiß was es mit diesen Aufnahmen auf sich hat.
00:35:55: Der Name sagte mir nichts.
00:35:57: Ich wollte sofort antworten, dass Gespräch beenden, alles abblocken so wie ich es an den letzten Wochen bei allem getan hatte was mit dem Fall zu tun hatte.
00:36:04: doch etwas in ihrer Stimme hielt mich davon ab.
00:36:07: Sie sollten nicht glauben das es vorbei ist, sagte sie dann nach einer kurzen Pause – ich sagte nichts.
00:36:15: Wenn sie wirklich sehen wollen was dahinter steckt, fuhr sie fort.
00:36:21: Dann müssen wir reden aber nicht am Telefon.
00:36:25: Dann nannte sie einen Ort, eine Uhrzeit und ein Datum in einer Woche.
00:36:31: Und bevor ich überhaupt reagieren konnte war die Leitung tot.
00:36:35: Ich saß noch lange an meinem Schreibtisch und starte auf das Display des Telefons.
00:36:40: Zum ersten Mal seit Wochen war ich mir wieder sicher dass der Fall nicht abgeschlossen war.
00:36:46: Nur diesmal begann er nicht mit einem Video sondern mit einem Namen!
00:36:52: Und bevor zu diesem Treffen gehe habe ich diesen Bericht hier verfasst und speichere ihn absichtlich auf meinem Dienstcomputer ab, um meinen Kollegen die Hinweise zu geben was mit mir passiert sein könnte wenn ich nicht zurückkehre.
00:37:09: Ich hoffe dass Tracey Timmerman auf unserer Seite ist.
00:37:12: Mir ist klar das ich nicht alleine gehen müsste aber irgendwie habe ich das Gefühl dass sie wirklich helfen will.
00:37:21: Ich kann es nicht beschreiben aber Sie hatte etwas Besonderes in der Stimme.
00:37:27: diese Videos sind keine Legenden Sie sind kein Mythos.
00:37:31: Sie sind wahr, sie verändern, sie manipulieren, sie töten Menschen und irgendwie da draußen gibt es noch mehr Videobänder Dateien, Festplatten davon.
00:37:46: Vielleicht findet in diesem Moment jemand ein merkwürdiges Video im Deep Web bei dem er nicht weiß worauf er sich da einlässt Und genau das will ich verhindern.
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